21,1 km am Stück - Es ist geschafft. Hipp Hipp Hurra!!

Sonntag, 2. April 2017, ca. 13:00 Uhr. Es ist geschafft.

 

ICH BIN GESCHAFFT.

 

Ich laufe über die Ziellinie im Rahmen von "Bludenz läuft". Die Uhr bleibt bei meinem 1. Halbmarathon bei 1:54:08,5 stehen.

 

Aber ich möchte vor meinem Laufbericht die Uhr noch ein paar Tage  zurück drehen. Laut Trainingsplan war für die letzte Woche vor dem Halbmarathon eine sogenannte Tapering-Phase eingeplant. Das heißt relativ wenig Belastung bei weniger Umfang. In realen Zahlen bedeutet das 2x gemütliches Joggen über 40 Minuten + 1 schnellere Einheit mit Intervallen über 30 Minuten. Klingt alles ganz easy, in Wirklichkeit war die Woche ganz schön hart. 40 Minuten lockeres Joggen am Montag ging noch ganz gut. Dann kam die Einheit mit Intervallen am Mittwoch. Bereits in den ersten Minuten merkte ich schon, dass mein Körper rebellierte. Mit Magenschmerzen und sehr, sehr schweren Beinen zog ich die Trainingseinheit mehr schlecht als recht durch. Am nächsten Morgen spürte ich ein ""Zwicken" in der linken Wade.

 

Was tun? So kurz vor dem Rennen, auf das ich so lange trainiert hatte, eine Verletzung?

 

Aber dann kam Adi mit seinen Zauberhänden - wie sich später herausstellte - ins Spiel. Am Donnerstag gab´s eine Massage, die mein "Zwicken" bearbeitete. Aua!! Am Freitag stand dann die letzte Einheit am Programm, nochmals 40 lockere Minuten Joggen. Es ging besser als am Mittwoch, aber immer noch nicht schmerzfrei. Diese Woche trug nicht gerade dazu bei, meine Zweifel - die ich bereits in meinem vorigen Blogeintrag geschildert habe - zu beseitigen. Der Samstag ging gemütlich vorüber und ich ging etwas angespannt ins Bett.

 

Der Wettkampftag:

6:30 Uhr, der Wecker klingelt. Schon mal ein gutes Zeichen, dass ich den Wecker brauche um aufzuwachen. Ich habe überraschend gut geschlafen und fühle mich gut. Nach einem gemütlichen Frühstück mit einem leckeren Dinkelzopf von Walters Brotlädele geht´s Richtung Bludenz. Die Startnummer habe ich bereits am Vortag in Bludenz abgeholt und so habe ich keinen Zeitdruck, bin aber trotzdem früh genug vor Ort. Dort treffe ich noch einige bekannte Gesichter und die Zeit bis zum Start vergeht relativ schnell. Dann ist es soweit. Kurz vor 11:00 Uhr - der offiziellen Startzeit reihe ich mich ungefähr in der Mitte des Starterfeldes mit über 1300 Läufern ein. Umgeben von blauen (Halbmarathon), orangen (14 km) und gelben (7 km) Startnummern starte ich kurz nach 11:00 Uhr im 3. Block. Es sind 3 Runden zu je 7 km zu absolvieren. Mein Ziel ist es, unter 2 Stunden zu bleiben, d.h. ich möchte einen Kilometerschnitt von ca. 5:30 Minuten laufen. Das würde eine Endzeit von 1:56:00 bedeuten. Die erste Runde laufe ich ganz locker in 38:12,0 Minuten, das beste ist, dass meine Beine sich super anfühlen und ich kein Zwicken in meiner linken Wade verspüre. So kann´s weitergehen. Nur mein Puls spielt nicht ganz mit und ich bin einige Schläge über meinem Zielpuls. Das ignoriere ich einfach, da ich mich super fühle. Die zweite Runde absolviere ich etwas schneller in 37:46,3 Minuten - ein Schnitt von 5:24 Minuten pro Kilometer. Bestens, voll auf Kurs. Meine Beine fühlen sich nach wie vor gut an, doch dann ein kleiner Dämpfer. Die schnellsten Läufer  des Halbmarathons überrunden mich - ich probiere gar nicht erst deren Tempo mitzuhalten, vieeeel zu schnell für mich. 1:15:58,3 nach 14 Kilometern, alles läuft nach Plan, wenn ich jetzt nicht in der letzten Runde einbreche. Nein, jetzt kann nichts mehr passieren, sind ja nur noch 7 km und die Beine fühlen sich immer noch super an und ich laufe nicht am Limit. Oder!? Voll motiviert gehe ich in die 3. und letzte Runde, immer noch kann ich meine Schnitt von unter 5:30 pro Kilometer halten. Dann die letzten 3 Kilometer. Langsam merke ich schon, dass meine Beine müder werden - aber immer noch kann ich einzelne Läufer vor mir überholen. Kilometer 19 - ja gleich bin ich im Ziel. Gleich?? Oh Mann, die letzten 2 Kilometer kommen mir länger vor als die bisherigen 19. Bloß nicht langsamer werden, einfach durchziehen und auf die Zähne beißen.

Aber jetzt! Da vorne sehe ich den Zielbogen! Jetzt noch ein Zielsprint!? NEIN, ich will den Moment meines ersten Zieleinlaufs bei einem Halbmarathon genießen. Und das tu ich auch. Es ist ein tolles Gefühl, einfach unbeschreiblich, ich hab es GESCHAFFT - 21,1 km am Stück.

Bei 1:54:08,5 bleibt die Uhr stehen und schon habe ich eine Finishermedaille um den Hals. Nichts besonderes, eine schlichte Massenware. Aber das Band daran enthält den Schriftzug "Fohrenburger Halbmarathon 2017" und das macht diese Medaille für mich zu etwas ganz besonderem.

 

Und dann kommt die Belohnung - kühles, frisches Erdinger Alkoholfrei. Das schmeckt, das habe ich mir verdient.

 

Nun geht es daran, das nächste Ziel zu planen und zu verwirklichen. Ich werde euch auf dem Laufenden halten, bleibt dran.

 

Und wir ihr seht: JEDER kann das schaffen!!

 

 

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 4